Politik

ist ein schweres Thema! Oder auch nicht? Jeder hat etwas dazu zu sagen, so auch ich…

Think global, act local!

Der große Sozialphilosoph Niklas Luhmann soll einmal gesagt haben, „Politiker die denken, sie könnten mit einer konkreten Entscheidung ein ganz bestimmtes Ergebnis erzielen, sind entweder dumm oder arrogant“.

Luhmann war Systemtheoretiker. Jene Denkrichtung geht davon aus, dass die Wechselwirkungen in komplexen Systemen zu komplex sind, als dass man Ursache Wirkungsmechanismen genau hervorsagen könnte. Die einfache Formel „das Ganze ist mehr und anders als die Summe seiner Teile“.

Was bedeutet das jedoch für die Politik? Politiker müssen doch abstimmend Entscheidungen treffen können und am Ende soll etwas (gutes) für den Bürger dabei herauskommen. Luhmann hält dies, wie oben erläutert, für nicht möglich.

Trotz dieser Erkenntnisse vermittelt uns die Politik, sie könne Entscheidungen, getrennt für verschiedene Ressorts treffen. Ausnahme scheint mir die Besteuerung wohlhabenderer Konzerne zu sein, weil hier stets als indirekte Auswirkung, eine Gefährdung unserer Arbeitsplätze gesehen wird.



Was ist die Alternative?

Politik muss Richtungen vorgeben; muss so viele unterschiedliche Betrachtungsweisen eines Problems miteinbeziehen, wie möglich; muss versuchen über entsprechende Gesetze zu steuern, dass wir uns als Gesellschaft in die erwünschte Richtung bewegen.

Ein einzelner Politiker kann dies nicht. Dafür haben wir unsere parlamentarische Demokratie. Dafür benötigt es „weise“ Ratgeber, die meines Erachtens jedoch nicht nur aus der Fachwirtschaft entlehnt werden sollten, sonder vor allem aus der Wissenschaft. Hier finden sich die entscheidenden Ressourcen, das wichtige Fachwissen. Man denke nur an die vielen wissenschaftlichen Mitarbeiter der unterschiedlichen Wissenschaften, die ja sowieso zum großen Teil aus unseren Steuergeldern finanziert werden. Umso unglaublicher klinkt es, dass wir diese immer noch viel zu wenig nutzen.

Schlimmstes Beispiel scheint der Klimaschutz zu sein: wir sind hier besonders wenig dazu bereit, auf den wissenschaftlichen Konsenz zu hören, und das mit lebensgefährlichen Auswirkungen.

Ich alleine werde diese Politik nicht verändern können. Aber mit vielen Mitstreitern könnte etwas auf kleiner Ebene zu verändern sein und das könnte wiederrum Auswirkungen „nach oben“ haben. Es macht ja auch keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken.

OK – nichts ist praktischer als eine gute Theorie und ich habe meine Wurzeln auch in bestimmten Denkweisen:

Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man Modelle, die das Alte überflüssig machen.

Richard Buckminster Fuller

Ich bin auch überhaupt nicht der gleichen Meinung wie unser ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt, der gesagt haben soll:

Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen.

Helmut Schmidt

Sondern ganz im Gegenteil gehe ich hier eher mit Buckminster Fuller:

Die Welt ist heute zu gefährlich für alles, was nicht utopisch ist.

Buckminster Fuller

Aber vor allem brauchen wir wieder die Philosophen, die Universalwissenschaftlicher, vielleicht wie Gregory Bateson einer war:

The major problems in the world are the result of the difference between how nature works and the way people think.

Die größten Probleme der Menschheit resultieren aus dem Unterschied wie die Natur funktioniert und der Art und Weise wie Menschen denken.

Gregory Bateson